FC Lindenberg 1907 e.V.

Stellungnahme zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs

Tobias Kraus, 15.05.2020

Stellungnahme zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs

FC Lindenberg-Trainingsbetrieb ruht trotz Corona-Lockerungen

In KW 19 wurde vom Württembergischen Fußballverband mitgeteilt, dass der Trainingsbetrieb in Kleingruppen (4 Spieler und 1 Trainer) ab dem 11.05.2020 wieder möglich ist. Der Freistaat Bayern zog am Ende der Woche nach und erklärte ebenfalls die Freigabe für den Trainingsbetrieb für eben diese Gruppen. Für uns als FC Lindenberg gelten trotz Verbandszugehörigkeit beim WFV natürlich die bayerischen Vorgaben, die wir in Auszügen unterhalb der Stellungnahme angefügt haben.

Nach einer Vorstandssitzung am Mittwoch den 13.05.20 haben wir uns nun auf folgende Vorgehensweise abgestimmt:

Der FC Lindenberg wird den Trainingsbetrieb weder im Jugend- noch Aktivenbereich aufnehmen. Die Lockerungen kamen doch sehr überraschend und sind mit vielen Regeln und Vorschriften verknüpft.

So dürfen pro 1000 qm (ca. ein viertel Fußballplatz) Gruppen von 5 Teilnehmern darunter 4 Spieler und 1 Trainer das Training abhalten. Es gilt ein Mindestabstand von 1,5 – 2 Metern, das Spielgerät darf nur mit dem Fuß berührt werden. Kopfball oder Handball sind untersagt. Weiter muss das Spielgerät und sämtliche anderen Geräte, die zum Training benötigt werden nach der Einheit desinfiziert werden. Es muss ein Hygienekonzept erstellt und „Corona“ Beauftragte bestellt werden.

Nun kommen wir hier bereits an die Grenzen des Machbaren, was den Personaleinsatz betrifft: Pro Gruppe 1 Trainer! Der Trainer darf die Gruppe nicht verlassen und die Gruppen sollten bei jeder Einheit die gleichen Teilnehmer haben. Nun könnte man sicherlich die Gruppen mit z.B. Aktivenspielern besetzen, um so das Personal sicherzustellen. Leider ist auch hier wieder ein Hindernis in Sicht. Schon vor einigen Jahren wurden den Vereinen aus Haftungsgründen auferlegt, von jedem Erwachsenen, der mit Kindern arbeitet, ein erweitertes Führungszeugnis zu beantragen. Dies haben wir natürlich im Jugendbereich erledigt und sind hier sicher unterwegs. Führungszeugnisse nun zusätzlich von jedem weiteren „Trainer“ anzufordern ist möglich, bedeutet aber einen hohen bürokratischen Aufwand und ist „auf die Schnelle“ nicht machbar.

Für den Vorstand ist die Umsetzung und die Haftungsfrage im Falle einer Ansteckung im Moment die größte Hürde, um einen reibungslosen Trainingsbetrieb möglich zu machen. Für den Vorstand und alle Beteiligten ist vorgesehen, die Konzepte mit deren Unterschrift zu genehmigen. Der bürokratische Aufwand ist derart hoch, dass wir hier nicht zu 100 Prozent sicherstellen können, dass wir alles genau so umsetzen können und daher aus heutiger Sicht keine Freigabe möglich. Die Risiken sind für alle Beteiligten zu hoch.

Trotzdem werden wir uns ans Werk machen, um ein Konzept zu erstellen, wie es auch bei uns möglich wäre, den Ball endlich wieder rollen zu lassen. Dies wird aber nicht vor Ende der Pfingstferien geschehen. Wir bitten alle unsere Mitglieder, Kinder, Jugendliche und aktive Spieler noch um Geduld. Wir hoffen gemeinsam mit euch bald wieder auf dem Fußballplatz stehen zu dürfen. Wir hoffen auf weitere Lockerungen, die es möglich machen, einen geordneten Trainingsbetrieb starten zu können, ohne meterhohe Hürden und rechtliche Hindernisse.

Das Formelle ist das Eine, der sportliche Mehrwert eines Trainings mit 5 Teilnehmern das Andere. Bei ca. 250 Kindern und Jugendlichen, zwei Aktiven Mannschaften und einer AH Abteilung ist doch fraglich, was es für einen Sinn macht, sich kontaktlos den Ball gegenseitig zuzuschieben. Bei allen gutgemeinten Gestaltungstipps, die veröffentlicht wurden, kommt hier sicherlich der Spaß zu kurz.

Und das ist es doch, warum wir Fußball spielen – weil es Spaß macht!

Hier nun noch Auszüge aus den Hinweisen des BFV-Leitfadens:

Kommunen müssen den Trainingsbetrieb behördlich gestatten. Ausübung auf öffentlichen oder privaten Freisportanlagen in kleinen Gruppen bis maximal fünf Personen (inklusive Trainer/Betreuer, im Optimalfall immer in der gleichen Besetzung). Auf einem Großfeld dürfen damit maximal 20 Teilnehmer aktiv sein, nur zehn je Spielhälfte, aber die Gruppen streng voneinander getrennt. Auf dem Kleinfeld ist nur eine Kleingruppe zugelassen.

Einhaltung des Abstands von mindestens 1,5 bis 2 Meter zwischen den Personen, keinerlei Körperkontakte vorher, nachher und während der Einheiten, keine Zweikämpfe. Der Ball darf nur mit dem Fuß bewegt werden, Torwarthandschuhe müssen wiederholt während der Einheit desinfiziert werden. Bälle und das auf das Nötigste beschränkte Trainingsmaterial sollen vorher und nachher desinfiziert werden. Eigene Getränkeflaschen müssen mitgebracht werden, Spucken und Naseputzen soll auf dem Feld vermieden werden. Pufferzeiten bei der Sportplatzbelegung durch verschiedene Gruppen, damit sie sich nicht begegnen. Handdesinfektionsspender müssen aufgestellt werden. Nutzung durch jeden Teilnehmer vor und nach dem Training.

Ein Corona-Beauftragter muss vom Verein bestimmt werden, der den Trainingsbetrieb koordiniert. Die Regeln müssen ausgehängt und alle Beteiligten schriftlich informiert werden. Vor jedem Training müssen von jedem Teilnehmer Checklisten zur Abfrage von Symptomen ausgefüllt und unterschrieben werden. Bei Kindern und Jugendlichen von den Erziehungsberechtigten. Anwesenheitslisten müssen geführt werden, um etwaige Infektionswege nachverfolgen zu können.

Trainingsteilnehmer kommen möglichst zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem privaten PKW einzeln bereits in Sportkleidung. Das Umziehen der verschwitzten Kleidung nach dem Training erfolgt im eigenen Fahrzeug, weil Umkleidekabinen, Duschen und Gemeinschaftsräume nicht genutzt werden dürfen, lediglich „gesonderte“ WC-Anlagen, die nach der Benutzung von jedem Einzelnen desinfiziert werden müssen. Duschen muss zuhause erfolgen.

Wer selbst Krankheitssymptome zeigt oder in seinem häuslichen Umfeld wahrnimmt, darf nicht am Training teilnehmen. Bei einem positiven Covid-19-Test im eigenen Haus, muss der betreffende Sportler 14 Tage aus dem Trainingsbetrieb genommen werden.

Zuschauer sind beim Training verboten, auch Eltern, die ihre Kinder und Jugendlichen zum Training bringen, müssen außerhalb der Sportanlage bleiben.

Unter Minimierung von Risiken wird die „Nutzung des gesunden Menschenverstandes“ genannt.




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